DTHG-Berufsinformationen: Fachkraft für Veranstaltungstechnik

Fachkraft für Veranstaltungstechnik

Berufsbeschreibung
 
 
Mit der Fachkraft für Veranstaltungstechnik wurde 1998 ein bundeseinheitlicher, staatlich anerkannter Ausbildungsberuf geschaffen, der den gestiegenen Anforderungen in den Kultur- und Medienbereichen Rechnung trägt. Die Ausbildung führt traditionelle, spezialisierte Berufe wie Bühnentechniker, Montagehandwerker, Eventtechniker, Beleuchter und Tontechniker in einem neuen, umfassenden Berufsbild zusammen. Grund ist die immer weiter zunehmende Komplexität der heutigen Veranstaltungstechnik, die vielseitig qualifiziertes Personal erfordert. Ein interessanter, vielfältiger Beruf mit guten Zukunftschancen, der vielen Unternehmen und Institutionen der Veranstaltungsproduktion die Möglichkeit gibt, ihre Effektivität im technischen Bereich zu steigern. Die dreijährige, praxisorientierte Ausbildung kann in allen Veranstaltungs- und Produktionsbetrieben sowie in Unternehmen der Fachbranche absolviert werden, die die Ausbildungsvoraussetzungen erfüllen. Der Berufsschulunterricht findet in der jeweils zuständigen Berufsschule statt.

Aufgaben und Arbeitsgebiet
Fachkräfte für Veranstaltungstechnik lernen, Veranstaltungen vorzubereiten und technisch zu begleiten. Sie müssen wissen, welche Geräte und Einrichtungen geeignet sind und wie sie installiert und bedient werden. Außerdem bauen sie Bühnen und erforderliche Geräte auf und kümmern sich um die Energieversorgung sowie um Licht und Beschallung für optische und akustische Effekte. Sie stehen den Künstlern und Meistern für Veranstaltungstechnik aktiv zur Seite und sorgen mit ihrem Know-how für das Gelingen der Veranstaltung oder Produktion. Dabei kann ihr Betätigungsfeld von der Entwicklung eines Veranstaltungskonzeptes über die Beratung des Veranstalters, die Planung und Durchführung der Veranstaltung bis zur Abrechnung der durchgeführten Arbeiten reichen. Dagegen herrscht in großen Betrieben mit viel Personal weitgehende Arbeitsteilung.
Fachkräfte für Veranstaltungstechnik ...
• Planen und realisieren Veranstaltungen
• organisieren fachspezifische Arbeitsabläufe
• bauen und montieren veranstaltungstechnische Einrichtungen
• betätigen Bühnenmaschinerien und Medieneinrichtungen
• konfigurieren, bedienen und prüfen Projektions- und Beleuchtungsanlagen
• stellen Einrichtungen der elektrischen Energieversorgung bereit, organisieren und prüfen diese 
• konfigurieren, bedienen und prüfen Beschallungsanlagen
• konzipieren und bewerten Spezialeffekte
• beachten sicherheitsrelevante Vorschriften, Regeln und spezifische Verordnungen

Voraussetzungen
Fachkraft für Veranstaltungstechnik kann jede Person werden, die das 14. Lebensjahr erreicht hat und mindestens einen Hauptschulabschluss hat werden. Ein Mindestalter von 17 Jahren bei Ausbildungsbeginn wird jedoch empfohlen, da der Auszubildende so bereits im 2. Ausbildungsjahr an abendlichen Veranstaltungen teilnehmen kann, ohne dass gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz verstoßen werden muss. Ein guter Realschulabschluss oder Abitur erleichtern den Zugang.
Weitere Vorraussetzungen sind:
• technisches Verständnis
• handwerkliches Geschick
• künstlerisch-kreative Begabung und Verständnis für technisch-künstlerische Zusammenhänge
• Höhentauglichkeit
• Teamfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein
eine allgemein gute körperliche Konstitution, da beispielsweise Montagearbeiten und Nachtarbeit in diesem Beruf zum Alltag gehören. Auch mit flexiblen Arbeitszeiten muss gerechnet werden. Gutes Englisch spielt in vielen, jedoch nicht in allen Betrieben eine Rolle
Technisches Verständnis und handwerkliches Geschick ist unbedingt notwendig. Außerdem wird gute Farbsehtüchtigkeit und musikalisches Gehör verlangt. Fachkräfte für Veranstaltungstechnik sollten zuverlässig und verantwortungsbewusst arbeiten können. Wochenend- und Feiertagsarbeit sind im Produktions- und Eventbetrieb genauso selbstverständlich wie wechselnde Arbeitsorte und flexible Einsatzzeiten.

 
Ausbildungsinhalte
• Konzipieren und Kalkulieren von Veranstaltungen
• Beurteilen der Sicherheit und Infrastruktur von Veranstaltungsstätten
• Planen von Arbeitsabläufen
• Zusammenarbeit im Team
• Bereitstellen, Einrichten und Prüfen von Geräten und Anlagen
• Sichern, Transportieren und Lagern von Geräten und Anlagen
• Aufbauen und Montieren von Bühnen- und Veranstaltungsaufbauten
• Bedienen von bühnen- und szenentechnischen Einrichtungen
• Organisieren, Bereitstellen und Prüfen der Energieversorgung
• Aufbauen, Einrichten und Bedienen von Beleuchtungs- Projektionseinrichtungen
• Aufbauen, Einrichten und Bedienen von Beschallungseinrichtungen
• Aufnehmen und Übertragen von Bild, Ton und Daten
• Bewerten und Durchführen von Spezialeffekte
• Durchführen von Veranstaltungen
Nach dem 2. Ausbildungsjahr verzweigt sich die Ausbildung in zwei Bereiche:
1. Schwerpunkt Aufbau und Durchführung (Veranstaltungssektor)
• Planen von Arbeitsabläufen; Zusammenarbeiten im Team, Projektkoordination
• Aufstellen, Montiere und Demontieren von Veranstaltungsaufbauten, Bedienen von bühnen- und szenentechnischen Einrichtungen
• Aufbauen, Einrichten und Bedienen von Beleuchtungs- und Projektionsanlagen
• Aufbauen, Einrichten und Bedienen von Beschallungsanlagen
• Aufnehmen und Übertragen von Bild, Ton und Daten
• Bewerten und Einsetzen von Effekten 
• Durchführen von Veranstaltungen und Projekten
2. Schwerpunkt Aufbau und Organisation (Messebau)
• Planen von Arbeitsabläufen; Zusammenarbeiten im Team, Projektkoordination
• Sichern, Transportieren und Lagern von Geräten und Anlagen
• Aufstellen, Montieren und Demontieren von Veranstaltungsaufbauten, Bedienen von bühnen- und szenentechnischen Einrichtungen
• Aufbauen, Einrichten und Bedienen von Beleuchtungs- und Projektionsanlagen
• Aufbauen, Einrichten und Bedienen von Beschallungsanlagen
• Bewerten und Einsetzen von Effekten
• Durchführen von Veranstaltungen und Projekten

Ausbildung 
Die Ausbildung dauert drei Jahre. Die Ausbildung beginnt in der Regel im September. Sie findet im dualen System im Ausbildungsbetrieb und der Berufsschule statt.
Wo kann ausgebildet werden? In allen Betrieben der Kulturproduktion, in denen szenische Darstellungen aller Art produziert und dargeboten werden, wenn die Tätigkeitsfelder entsprechend Ausbildungsrahmenplan vorhanden sind. In der Regel sind dies Theater, Mehrzweckhallen, Fernsehanstalten, Filmproduktionsfirmen, Dienstleister der AV- und Veranstaltungstechnik, Messebau- und Eventbetriebe oder Kultur- und Kongresszentren. Da viele Betriebe nur einen Teil der geforderten Ausbildungsinhalte vermitteln können, besteht die Möglichkeit eines Ausbildungsverbundes.
Wer darf ausbilden? Alle Betriebe, die die Tätigkeitsfelder entsprechend Ausbildungsrahmenplan anbieten können und in denen eine fachlich und persönlich geeignete Person mit Ausbilderbefugnis zur Verfügung steht. Dies sind z.B.: - Dipl.- Ingenieure einer einschlägigen Fachrichtung  - Meister einer einschlägigen Fachrichtung mit IHK oder HWK- Prüfung  - Personen mit langjähriger Erfahrung auf dem Gebiet der Veranstaltungstechnik
Wenn Sie einen Ausbildungsbetrieb suchen, sprechen einen an, der die entsprechenden Kriterien erfüllt. Die Theater-, Film- und Fernsehanstalten finden sie z.B. im Deutschen Bühnenjahrbuch, das in jeder guten öffentlichen Bücherei und jedem Theater vorhanden ist. Dienstleister der AV- und Veranstaltungstechnik, Messebau- und Eventbetriebe oder Kultur- und Kongresszentren müssen Sie sich aus dem Branchenbuch heraussuchen. Sie können sich auch an einen der Bildungsträger wenden, da hier Informationen über Ausbildungsbetriebe vorliegen.
Prüfung

Die Ausbildung schließt mit der Fachkraftprüfung durch die zuständige Industrie- und Handelskammer ab. Die Prüfungsanforderungen sind in einer Bundesverordnung über die Berufsausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik festgelegt.
 
 Die Ausbildungsverordnung wurde 2016 novelliert. Die neue Verordnung kann hier heruntergeladen werden.
Weitere Informationen finden Sie in dieser Pressemitteilung des Bundesinstitutes für Berufliche Bildung.
weitere Infomationen auch hier: Profilbeschreibung etc. und hier.

Download der Broschüre des BiBB hier


 
Zusätzliche Informationen finden Sie in einer Präsentation von Walter Macken, DTHG-Beauftragter für Ausbildungsfragen.
 
Bildungseinrichtungen
media academy GmbH education and events, 13629 Berlin
bühnenwerk GmbH, 20535 Hamburg
Die Lehrwerkstatt für Veranstaltungstechnik: Angebot von Workshops und Seminaren in den Bereichen Veranstaltungstechnik, Arbeitssicherheit und Kulturmanagement.
DAS INSTITUT für angewandte Medien GmbH & Co. KG, 22761 Hamburg
Deutsche Event Akademie, 30851 Langenhagen
bm - gesellschaft für bildung in medienberufen mbh, 50969 Köln
Europäische Medien- und Event-Akademie gGmbH, 76532 Baden-Baden
 
 
 
 
 
Hinweis

Diese Information wurde von der DTHG gewissenhaft zusammengestellt. Wir können jedoch keine Garantie für eventuelle Fehler oder unvollständige Angaben übernehmen.
Für allgemeine Fragen zu Berufen der Veranstaltungstechnik wenden Sie sich bitte an:
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